Biografisches

Wen traf Gerda Schimpf wo und wann?

Die in Leipzig aufgewachsene Gerda Schimpf gehörte einige Jahre lang zum engsten Freundeskreis des Malers Max Schwimmer (1895-1960). In dieser Zeit erhielt sie an die 500 Liebesbriefe von M. Schwimmer, z.T. mit erotischen Zeichnungen, oft koloriert. 1937 lebte und arbeitete G. Schimpf auf der Ostsee-Insel Hiddensee, wo sie in einem Fotoatelier angestellt war. Später ging Gerda Schimpf nach Berlin-Charlottenburg, wo sie für viele Jahre eine enge Freundschaft mit der Malerin Eva Schwimmer (1901-1986) verband, der ersten Frau von Max Schwimmer. In Berlin arbeitete sie als Fotografin u.a. für die AEG. 1946 eröffnete G. Schimpf ihr eigenes Fotoatelier. Es gibt etwa 40 Briefe, die sie zwischen 1947 (aus Paris) bis 1953 (aus Ostberlin) von dem Schriftsteller Rudolf Leonhard (1889-1953) erhielt. Bis 1963 arbeitete sie als Auftragsfotografin und fotografierte Privatpersonen, Mode, Geschäfte, Firmen, Architektur und Messestände. Daneben porträtierte sie viele bekannte Persönlichkeiten aus ihrer Zeit, darunter Künstler wie Karl Hofer, Heinz Trökes, Renée Sintenis, Bernhard Heiliger und Eva Schwimmer sowie deren Werke und etliche namhafte Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen. 1947 fotografierte Gerda Schimpf die erste und bisher einzige Bürgermeisterin Berlins, Louise Schroeder (1887-1957). In diesen Jahren kamen G. Schimpfs Auftraggeber nicht nur aus Berlin, sondern auch aus ganz Deutschland – bis zum Mauerbau aus beiden Teilen des Landes. Ab 1959 arbeitete Gerda Schimpf als Dozentin am Berliner Lette-Verein für das Fach Fotografie. Seit dieser Zeit widmete sie sich vor allem der Weitergabe ihres Wissens und Könnens an die nächsten Generationen, zu denen heute einige bekannte Fotografen und Fotografinnen zählen.