Fotoarchiv Gerda Schimpf

Christine Kahlau und Irja Krätke wurden durch einen Artikel im Berliner Straßenmagazin „Der Straßenfeger“ im März 2014 auf die Fotografin aufmerksam. Wir hatten das große Glück, Gerda Schimpf noch persönlich kennen zu lernen. Durch einen Kontakt zum Berliner Lette-Verein, wo Gerda Schimpf von 1959 bis 1978 das Fach Fotografie lehrte und dem sie sich bis zum Schluss verbunden fühlte, wurde unser Interesse noch vertieft. Letztlich überzeugten wir die Fotografin davon, dass ihre Fotoarbeiten immer noch zeigenswert und für ein breites Publikum von Interesse wären. Leider hat Gerda Schimpf die Bestätigung selbst nicht mehr erleben können, sie starb im Dezember 2014.

Dank der Unterstützung der Rechtsanwältin Angelika Schuller, der Erbin Gerda Schimpfs, gelang es uns, so gut wie den gesamten, in der Wohnung vorhandenen Fotobestand aus mehreren Jahrzehnten, sämtliche Arbeitsmaterialien sowie in weiten Teilen den biografischen Nachlass der Fotografin zu sichern. Zur Bewahrung, Erschließung und ggf. Veröffentlichung von Teilen des umfangreichen Materials gründeten wir Anfang 2015 das Gerda Schimpf Fotoarchiv. Das Archiv hat derzeit seinen Sitz in Prenzlauer Berg, Esmarcstraße 18. Das Archiv wird bisher ausschließlich ehrenamtlich betrieben, bemüht sich jedoch um Förderungen. Auch durch Unterstützung eines Netzwerkes aus ehemaligen Wegbegleiter*innen der Fotografin, Kooperationspartner*innen, Freund*innen, Unterstützer*innen und Familienmitgliedern konnte von uns bisher wichtige Arbeit für das Archiv geleistet werden.

Unser Ziel ist es, die fotografischen Arbeiten Gerda Schimpfs einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen und zugänglich zu machen. Gerda Schimpf lebte ein für die damalige Zeit ungewöhnlich selbstbestimmtes Leben, wozu auch gehörte, dass sie weder heiratete noch eine Familie gründete. Die Erschließung und Veröffentlichung dieser interessanten Biografie gehört zu unserem Vorhaben. Dazu sind allerdings noch umfangreiche Recherchearbeiten nötig.

Als großes finales Abschlussprojekt ist für die kommenden Jahre eine Retrospektive der Arbeiten von Gerda Schimpf vorgesehen, mit begleitender Publikation. Nach Abschluss dieser Vorhaben plant das Gerda Schimpf Fotoarchiv, den Nachlass einer Berliner Institution zu übergeben.